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14. Dezember 2011

Towerrunning World Cup 2011 – Das Finale in Bogota

Stiegensteigen statt Aufzug Fahren – dieser Weisheit zur Gesundheitsförderung im Alltag sind im Jahre 2011 weltweit auch mehr als 100.000 Athleten aus 55 Ländern im Rahmen von 170 offiziellen Towerrunning-Events gefolgt. Bei dieser immer populärer werdenden vertikalen Laufdisziplin werden Türme, Wolkenkratzer und Outdoor-Treppen im Kampf gegen Uhr und Gegner bezwungen. Während die meisten der Teilnehmer Hobbyläufer sind, für die der Fitness-Aspekt und der oftmals mit den Veranstaltungen verbundene Charity-Charakter im Vordergrund steht, nimmt für einen wachsenden Kreis von Elite-Läufern der Wettkampf an sich eine immer größer werdende Bedeutung ein – der Gedanke an Meisterschaften und Titel liegt eben in der Natur des Sports. Zum Vergleich der besten Athleten über die gesamte Saison existiert seit drei Jahren ein vom Towerrunning Office Wien unter der Leitung von Präsident Michael Reichetzeder und dem deutschen Sportdirektor Sebastian Wurster geführtes Weltcup- System. In dieser Saison konnten in 26 Ländern Punkte für den Towerrunning World Cup errungen werden – unter anderem in den höchsten und spektakulärsten Türmen der Welt wie dem Empire State Building, dem Taipei 101, den Emirates Towers in Dubai oder dem Messeturm Frankfurt.

Das Saisonfinale findet traditionell am 8. Dezember in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota statt. Im Torre Colpatria versammeln sich alljährlich die besten kolumbianischen Läufer zum Kräftemessen gegen die vom Veranstalter auf Basis der World Cup-Wertung eingeladenen Elite-Läufer. Auch in diesem Jahr folgten wieder zahlreiche Spitzenathleten dem Ruf nach Bogota um beim Kampf um den begehrten Weltpokal nochmals wertvolle Punkte sammeln zu können. Während bei den Herren bereits vor dem Saisonfinale der in diesem Jahr erneut überragende deutsche Treppenläufer Thomas Dold als World Cup Champion feststand, kam es bei den Damen in Bogota zum Showdown zwischen der Italienerin Cristina Bonacina und den US-Amerikanerinnen Cindy Harris und Kristin Frey. Den Sieg in Kolumbien trug aufgrund der ungewohnten Höhenlage der kolumbianischen Hauptstadt aber auch 2011 keine der internationalen Favoritinnen davon. Stattdessen dominierten die kolumbianischen Damen, angeführt von Angela Maria Figueroa das Feld und beendeten das Rennen mit einem Vierfachsieg. Das entscheidende Duell spielte sich jedoch dahinter ab: Cindy Harris setzte sich als Fünftplatzierte mit nur 1,7 Sekunden Vorsprung gegen ihre Landsfrau Kristin Frey durch und schaffte so im letzten Saisonrennen mit insgesamt 780 Punkten noch den Sprung von Rang 4 auf Rang 2 in der Weltcupwertung. Die knapp unterlegene Kristin Frey sicherte sich mit 774 Punkten zum zweiten Mal in Folge die Bronze-Medaille. Noch besser lief es für Cristina Bonacina. Zwar reichte es für sie in Bogota nur zum 7. Rang hinter den US-Konkurrentinnen, aufgrund der besseren Vorleistungen über die gesamte Saison hinweg konnte sie mit 840 Punkten aber zum ersten Mal in ihrer Karriere den Towerrunning World Cup gewinnen.

Auch bei den Herren gab es hinter Thomas Dold, der insgesamt sechs Saisonrennen – darunter die legendären Masters Rennen in New York, Taipeh und Frankfurt – gewann und auf eine Teilnahme in Bogota verzichtete, noch zwei Medaillenplätze zu vergeben. Die besten Chancen darauf hatte eigentlich der US-Amerikaner Jesse Berg, der jedoch aus gesundheitlichen Gründen das Rennen in Bogota kurzfristig absagen musste. So lagen die Medaillen auf dem Silbertablett bereit für den Slowaken Tomas Celko und den Polen Piotr Lobodzinski. Beide konnten 2011 bereits mehrere Treppenläufe gewinnen und zählten auch in Bogota zu den Mitfavoriten. Bereits frühzeitig im Rennen zeichnete sich aber ab, dass Tomas Celko keinen guten Tag erwischt hatte. Der Sprint-Spezialist war auf der langen und anspruchsvollen Strecke chancenlos und erreichte das Ziel nur auf Rang 20, wodurch er seinen Weltcup- Punktestand nicht verbessern konnte. Nun hatte es Piotr Lobodzinski in der Hand, Celko und vielleicht auch Jesse Berg in der Gesamtwertung noch zu verdrängen und sich die begehrte Medaille zu sichern. Doch auch dem polnischen Newcomer des Jahres bereiteten die 2600 m über dem Meeresspiegel gelegenen 960 Stufen ungewöhnliche Probleme. Er verfehlte den für eine Weltcup-Medaille nötigen 10. Rang am Ende um nur sieben Sekunden, weshalb Tomas Celko trotz seines schwachen Abschneidens doch noch jubeln durfte. Mit 814 Punkten reichte es für den Slowaken zur Bronze-Medaille hinter Thomas Dold (1000 Punkte) und Jesse Berg (838 Punkte). Das Rennen in Bogota gewann wie im Vorjahr der Kolumbianer Juan Pablo Rangel.

Auch in der Weltcup-Nationenwertung wurde es noch einmal spannend. Das in Bogota nicht vertretene deutsche Treppenlauf-Team war auf Schützenhilfe angewiesen und profitierte vom starken Abschneiden der Kolumbianer, die den US-Läufern die vorderen Plätze und damit die entscheidenden Punkte wegschnappten. Mit hauchdünnem Vorsprung setzte sich das deutsche Team daher gegen die US- Amerikaner durch. Überhaupt war es wieder eine starke Saison für den deutschen Towerrunning-Sport, in der nicht nur World Cup Champion Thomas Dold für Glanzpunkte sorgte: Mit dem Sieg beim Swissotel Vertical Marathon in Singapur und Podestplätzen bei den Masters Rennen in Frankfurt und Berlin sicherte sich Matthias Jahn Rang 6 der Weltcup-Wertung. Weitere Spitzenergebnisse gab es für Enrico Gäbe (Rang 11) und Christian Riedl (Rang 13). Bei den Damen konnte Kerstin Sewczyk fünf Podestplätze erzielen und beendete die Saison auf Rang 5. Die in Basel, Frankfurt und Hall siegreiche Nachwuchs-Treppenläuferin Marie-Fee Breyer landete auf dem 10. Rang der Weltcupwertung.

Ein entscheidender Saisonhöhepunkt für die deutschen Treppenläufer auf dem Weg zu diesen Top- Platzierungen war der SkyRun MesseTurm Frankfurt. Beim Masters Rennen auf den 1344 Stufen im Frankfurter Westend sorgten Thomas Dold, Matthias Jahn, Marie-Fee Breyer und Kerstin Sewczyk für Doppelsiege bei beiden Geschlechtern und zeigten damit der internationalen Konkurrenz die Grenzen auf. Auch in der kommenden Saison wird das Rennen, dessen Einnahmen der Arbeitsgemeinschaft für Querschnittgelähmte mit Spina bifida (Arque) zu Gute kommen, weder zur exklusiven Masters-Selektion des Towerrunning World Cup gehören, wenn nach der kurzen Winterpause wieder der Kampf um die begehrte Weltcup-Trophäe eröffnet wird und erneut Zehntausende von Läufern auf der ganzen Welt die einzigartige Herausforderung „Towerrunning“ annehmen werden.

Weitere Informationen zum Towerrunning World Cup, den 170 internationalen Treppenlauf- Veranstaltungen sowie zahlreiche Grafiken, Statistiken und Bildmaterial zum Treppenlaufsport finden Sie auf der Towerrunning-Homepage www.towerrunning.com.

Die Ergebnissdatei ist hier zu finden (ZIP-Datei der Excel-Tabelle).